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Jennys Blog über die Grundausbildung

Wilhelmshaven, 07. April 2011

  Foto: THW OV-Wilhelmshaven

Hallo, ich bin Jenny Manegold und wurde gebeten meine Erfahrungen aus der Grundausbildung einmal hier niederzuschreiben.
Das werde ich jetzt nach und nach - bis zu meiner Prüfung am 24. September - tun.

Ich wollte schon länger zum Technischen Hilfswerk.
Wahrscheinlich seit ich THW-Helfer zum ersten mal im Einsatz gesehen habe.
Das war übrigens beim Elbhochwasser 2002.

Meine Freunde und meine Familie halten mich für verrückt.
Ich bekam das ein oder andere Vorurteil zu hören:
Da sind nur Spinner ohne Freunde - kein normaler Mensch hat so viel Freizeit.
Das sind doch 1000 hilflose Wichtel und da wird nur gesoffen.
Die brauch doch eh keiner.

Viele brachten auch ihr Unverständnis zum Ausdruck:
Weißt du nichts besseres mit deiner Zeit anzufangen? Wieso tut man sich das als Frau an?
Der Gedanke vom Ehrenamt ist einfach nur naiv.

Ich werde das jetzt für mich selbst herausfinden und euch hier von meinen Erfahrungen berichten:
Da stand ich also vor den Türen des Ortsverbandes Wilhelmshaven.
Meine größte persönliche Angst war in dem Moment, dass es schwer sein könnte, in die eingeschworene Helfergruppe aufgenommen zu werden.
Einmal das Gebäude betreten, wurde ich aber gleich nett empfangen und bekam eine Führung durch das Gebäude und die Hallen.
Um ehrlich zu sein, hatte ich schon ab und an den Eindruck, dass wir schräg angeschaut wurden, von den Helfern, die dort ihren Dienst verrichteten.
Ob das jetzt daran lag, dass ich eine Frau bin oder dass wir fremd waren, vermag ich nicht zu sagen.
Vielleicht war ich auch einfach sehr unsicher in der Situation als "die Neue".

Mit mir zusammen hatte Martin seinen ersten Tag. Martin ist im Vergleich zu mir echt groß und war früher bei der Bundeswehr.
Er darf alle möglichen Fahrzeuge führen und hat viele Scheine und Lehrgänge aufgezählt, die er schon absolviert hat.
Ich bin knapp 1,60 m und habe gerade mal einen Autoführerschein.
Als Martin sich vorstellte wurde ich immer kleiner auf meinem Stuhl und habe mich schon mit einer Suppenkelle in der Küche gesehen.
Wäre auch nicht schlimm, entspricht aber eher nicht meinen Vorstellungen.

Uns wurde erklärt, es gäbe eine Grundausbildung, die ein halbes Jahr dauert und danach müsse man eine Prüfung ablegen.
Man beschrieb uns die verschiedenen Fachgruppen und deren Aufgaben.
Am Ende der Führung sind wir beide in Bernd Leitholds Büro geführt worden.
Er ist der Leiter des Ortsverbandes Wilhelmshaven und hat uns noch einmal gefragt, ob wir uns wirklich sicher sind.
Dann füllten wir die Unterlagen für die Aufnahme als Helferanwärter aus, beantworteten jede Menge Fragen und unterschrieben.

Ich habe anschließend noch an der Abschlussbesprechung des Regeldienstes teilgenommen.
Dort konnte ich übrigens das erste Vorurteil auch gleich aus der Welt schaffen:
Die meisten Helfer haben keineswegs zu viel Freizeit: sondern Familie, einen Job, Haustiere und auch noch andere Hobbies neben der THW-Mitgliedschaft.
Ich bin übrigens Studentin, habe einen Nebenjob als Barkeeperin, gehe tauchen und mache gerade einen Segelschein.
Aber etwas besseres mit meiner knappen Freizeit anzufangen, weiß ich um ehrlich zu sein wirklich nicht.
Bis jetzt bin ich immer noch davon überzeugt, dass ich mit meiner Unterschrift eine gute Sache gestartet habe.
Ach und: "Spinner" gibt es natürlich überall. ;)

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