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Doppelte Havarie auf der Jade – über 270 Einsatzkräfte im Einsatz

Hooksiel, 03. November 2012

  Foto: THW OV-Wilhelmshaven

Am 02.11.2012 ereignete sich eine Schiffskollision auf dem Jadefahrwasser. Dabei wurde eines der beiden Schiffe so stark beschädigt, dass ca. 10 m³ Schweröl ausgetraten. Entsprechende Berechnungen mit dem Computer führten zu dem Ergebnis, dass der „Ölteppich“ auf den Küstenteil von Hooksiel zutreibt und am 03.11.2012 zu erwarten sei.

Am Nachmittag des 03.11.2012 kollidierte ein durch einen Ruderschaden manövrierunfähiges Küstenmotorschiff mit einem Fahrgastschiff. Der Zusammenstoß war so heftig, dass etliche Fahrgäste hierdurch zum Teil  schwer verletzt wurden. Das Fahrgastschiff schlug hierbei Leck..

Die beiden Ereignisse auf der Jade gehörten zu einer Katastrophenschutzübung. Es waren hierbei über 270 Kräften aller großen Organisationen im Einsatz. Hierbei handelte es sich um die größte in Hooksiel bisher durchgeführte Übung. Die Leitung des „Einsatzes“ lag bei dem Katastrophenschutzstab des Landkreises Friesland. Die Einsatzleitung befand sich in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Jever. Unterstützt wurde sie von Fachleuten/Fachberatern der beteiligten Hilfs-organisationen. und Behörden wie z.B. der Polizei und dem NWLKN. Zusätzlich wurden Kräfte des Sanitätsdienstes vom Marinestützpunkt Wilhelmshaven und auch der ADAC-Rettungshubschrauber zur Unterstützung eingebunden. Für die taktische Einsatzleitung vor Ort wurde eine „Örtliche Einsatzleitung“ (ÖEL) im Bereich des Hooksieler Außenhafens eingerichtet.

Der Voralarm erreichte das THW bereits am Tag des ersten Zusammenstoßes. Dieser Voralarm ist ein übliches Verfahren, welches die Alarmierungszeiten reduziert und ggf. ergänzende Vorbereitungen ermöglicht. Während die landgebundenen Einsatzkräfte am 03.11.2012 den Strandbereich absperrten und einen sogenannten Schwarz/Weiß-Bereich einrichteten, begannen parallel dazu bereits die Vorbereitungen für die Reinigung der betroffenen Uferflächen und der Dekontaminierung. Hierzu wurde vorher Torf als Öl-Ersatz ausgelegt, der die Verunreinigungen darstellen sollte. Gegen Mittag begann die "Fachgruppe Wassergefahren" desTHW-Ortsverbandes Wilhelmshaven mit ihrem Mehrzweckarbeitsboot mit der wasserseitigen Lageerkundung. Dieses dient einmal dazu, einen Überblick des Schadensausmaßes zu bekommen und zum Zweiten als Grundlage für die Einsatzleitung, um das Lagebild zu präzisieren und weitere Maßnahmen frühzeitig veranlassen zu können.

Die Meldung über die zweite Kollision kam kurz nach Mittag. Mit Hilfe des ADAC-Rettungshubschraubers „Christoph 26“ aus Sanderbusch wurde der Leitende Notarzt (LNA) mit seinem Kollegen auf das havarierte Schiff abgewincht. Das nachalarmierte THW-Einsatzboot erreichte das Fahrgastschiff nur kurze Zeit später und übersetzte zur Unterstützung des LNA eine Fachkraft der FGr Wassergefahren. Zusammen wurde der Abtransport nach der Schwere der Verletzungen geregelt. Insgesamt wurden 13 verletzte Personen mit dem THW-Boot den landgebundenen Sanitätskräfte zugeführt und zwei besonders schwerverletzte Personen vom Hubschrauber aufgenommen und abtransportiert.. Im Hafen wurde für die weitere Versorgung und den koordinierten Weitertransport der Verletzten in die naheliegenden Krankenhäusern ein Sanitätslager eingerichtet. Dieses Konzept nennt sich „MANV“. Die Abkürzung steht für Massenanfall von Verletzten und kommt immer dann zum Einsatz, wenn mit vielen Verletzten zu rechnen ist.
Gegen Nachmittag war die Übung abgeschlossen und es begann das Rückrüsten sowie die Wiederherstellung der Einsatz-bereitschaft. Hierbei unterstützte der 22 Tonnen-Autokran des THW-Ortsverbandes Wilhelmshaven beim Auskranen der eingesetzt gewesenen Boote. Zum Abschluss gab es deftigen Grünkohl in der FTZ in Jever. Genug Hunger wurde hierfür mitgebracht.

Der THW-Ortsverband Wilhelmshaven war an der Übung mit zehn Helfern und fünf Fahrzeugen unter der Leitung von Pattrick Hirch an der Übung beteiligt.

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